Review: Leoniden – Again

Dass die Leoniden aus Kiel nicht sind wie alle anderen müsste jedem mittlerweile zumindest musikalisch klar sein. Die Leoniden haben ihren eigenen Stil mit dem sie tausende Herzen wie im Sturm erobert haben. Und nun erscheint ihr zweites Album, welches den Namen “Again” trägt und wir durften schon mal reinhören:

Bei den Leoniden geht es um Freundschaft und die Leidenschaft zur Musik sowie beide Komponenten miteinander zu verbinden. Es werden auch auf “Again” wieder einige Genre-Grenzen überwunden und somit sind die Leoniden der lebende Beweis dafür, dass gute Rockmusik doch nicht tot ist. Wann genau der Ursprung der Leoniden ist, kann keiner mehr so genau sagen. “Wir haben keine DSDS-Pathosgeschichte, sondern Musik hat schon sehr früh auf ziemlich natürliche Weise einen Platz in unserem Leben eingenommen.”, so Lennart Eicke, Gitarrist der Leoniden. Zusammen mit seinem Bruder Felix am Schlagzeug bilden Lennart und Felix den Anfang der Band und fingen mit ca. elf oder zwölf zusammen mit JP Neumann am Bass und Djamin Izdai am Keyboard an gemeinsam Musik zu machen. Sänger Jakob Amr kam als letztes in die Gruppe und die einzige Bedingung für den Hamburger: Er muss nach Kiel ziehen. Aber was man mittlerweile weiß: Das war die beste Entscheidung für Jakob und auch für den Rest, denn der Erfolg und der schnelle Wachstum der Band, lässt sich kaum in Worte fassen, was nicht minder an der facettenreichen Ausdrucksweise in Pop bis hin zum Hardcore-Shouting liegen wird.

Aber die Leoniden arbeiten hart. Die Songwritingskills, die enorme Musikalität und auch das eigene Plattenlabel “Two Peace Signs“, auf der sie schon ihr Debüt veröffentlichten, kommen nicht von selbst. 2017 gewannen Sie den News Music Award und auch eine komplette Supporttour mit Franz Ferdinand, sowie unzählige Clubshows zählen Sie zu ihrem Erfolg.

Die Songs auf “Again” wurden von allen fünf zusammen geschrieben. Jeder wirft etwas in den Raum was ihm gerade im Kopf rumschwirrt und so wird an den Songs gearbeitet und sich über jede Kleinigkeit gestritten. Das heißt es gibt für jeden Song um die 10 bis 15 Ideen, die es nicht mit ins Lied geschafft haben.

Jeder Song hat ein Alleinstellungsmerkmal. Nichts wiederholt sich. Aber zusammen ergeben sie ein Ganzes, was perfekt harmoniert. Beginnend mit “River” was zunächst ziemlich entspannend ist. Was nicht nur durch den Chor, sondern auch durch die punktierten Strophen und dem hymnischen und dynamischen Refrain gut hervorsticht. Die erste Albumauskopplung “Kids” beginnt wieder ganz anders. Hier wird mit Afropop infizierten Gitarren eröffnet und man merkt schnell, wie viel Arrangierkunst die Band mit sich bringt. Die Leoniden beherrschen aber auch die Dramaturgien und die Melodien. Der Refrain zu “Kids” erinnert etwas an die Killers: “Fuck it all we killed it tonight / We stay awake”, was die Phase des Songwitrings wohl sehr gut beschreibt. Bei “Not Enough” wirken Kindheitserinnerungen von Lennart und Felix ein. Die beiden waren im Alter von vier und sechs mit ihren Eltern auf einem Michael Jackson Konzert. Und das ohne Eintrittskarten, denn die Eintrittskarten waren der Zaun.

Die Abwechslung bei den Songs der Leoniden kommt daher, dass sie sich schnell langweilen, wenn auch nur zwei Songs gleich klingen. Also werden Genres gebrochen und somit ein guter Stilmix geschaffen. Die hecktischen Beats in “People”, der Soul bei “Why”, aber auch die mitreißende Energie bei “Not Enough” und “Colorless”. All das waren Gründe für die fünf Jungs ihren Konten zu plündern und monatelang nicht im eigenen Bett zu schlafen oder andere Freunde zu treffen.

“Das Album handelt von uns” sagt Lennart. “Wir sind wahnsinnig gut miteinander befreundet und erleben ein krasses Abenteuer, das und flasht, aber manchmal auch überfordert.”

Alles in Allem handelt “Again” von Dringlichkeit und Euphorie, Sehnsucht, Verzweiflung und Niedergeschlagenheit. Vor allem aber Liebe und davon ganz viel. Das heißt: Die Zukunft der Rockmusik kommt aus Kiel!

Außerdem gehen die Leoniden noch auf Tour. Welche Städte sie besuchen? Hier

Wer die Leoniden noch nicht kennt:

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